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   Das Kloster Ehrenstein von Stefan (Hoschi) Ortmeyer
   Ein Tal, eine ruhige Lage, die (fast) absolute Stille. Man stelle sich vor, ein kleiner Fluß fließt durch dieses Tal unberührter Natur.
Jetzt kann man natürlich sagen, daß es das nicht das nicht, oder zumindest nicht mehr so oft gibt. Und doch existiert
es mitten unter uns.
Schaut man nämlich ins Wiedtal, so findet man dort nahe Neustadt/Wied am Mittelrhein eine Senke, das liebvoll das Liebfrauental genannt wird.
Hier gibt es ein Kloster, das diesem Tal erst diesen sehr eigenen Namen gab, da dieses Haus der heiligen Jungfrau Maria,
der Mutter von Jesus von Nazareth gewidmet ist.  Ehrenstein
Dieses Kloster steht in einer ebenso geschichtsträchtigen wie schönen Gegend, die damals ganz
gezielt ausgewählt wurde.
Im Jahre des Herrn 1486 bestand die dort ansässige Burg der Herren Nesselrode schon. Zu dieser Zeit lebte Bertram von
Nesselrode dort, gemeinsam mit seiner Frau Margareta von Bourscheid. Beide entstammen jeweils einem Adels -
geschlecht. Eben dieser Graf hatte die Idee, ein Kloster zu stiften. Leider hatte er wohl keinen genauen Plan davon,
wie das ganze zu bewerkstelligen sei, deshalb muß er wohl einen Freund, den Erzbischof zu Köln gebeten haben, ihm
dabei behilflich zu sein.
Diese Freundschaft ist wohl darauf zurück zu führen, daß bereits im 14. Jahrhundert, genau 1333
Rorig von Uetgenbach, ein Edler aus dem Vorgängergechlecht der Grafen von Nesselrode, als Lehnsmann des Erzbischofs
von Köln benannt wurde.
1477 wurde die Schloßkirche zur Pfarrkirche erhoben. Dies geschah, weil eben jener Bertram von Nesselrode, seines
Zeichens ein Ritter, den ich eben schon erwähnte, darauf hin wirkte. 1486 stiftete er dann das Kloster
mit sechs Priestern und zwei Laienbrüdern.
Jetzt stand natürlich im Raum, dieses Kloster auch einem Orden zu übergeben. Die Frage, welchem Orden man dieses
Kloster vermachen sollte, beantwortete sich wohl ziemlich schnell, denn bereits 1488 übernahm der Orden der
Kreuzbrüder 
das Kloster Ehrenstein mit dem ersten Prior, Jacob Heerinx von Cassel. Kurz zuvor noch war die Pfarrkirche in den Orden "incorpariert" worden. Bevor 1540/41 die Pest in Ehrenstein wütete, bleibt vielleicht noch zu erwähnen, daß 1502 Bertram von Nesselrode eine Stiftung für vier weitere Priester einrichtete. Ansonsten wurde 1513 noch die Pfarrei Peterslahr quasi eingemeindet. Die nächste erwähnenswerte Begebenheit, die sich im Kloster Ehrenstein ereignete, kam mit dem Dreißigjährigen Krieg, während diesem wurden große Teile der Burg zerstört, das Kloster wurde geplündert. Dies geschah in etwa 1632 bis 1633. Nach vielen Jahren dann, im Jahre 1713, restaurierte man das kloster dann das erste Mal. Im Anschluß daran baute man dann 1761 die Rochuskapelle neu. Jedoch wurde der Reichsdeputationshauptschluß von 1803, während dem dann die Klöster aufgehoben wurden, zum Verhängnis. Für das Kloster Ehrenstein war es dann 1812 auch soweit, es wurde förmlich und auch tatsächlich aufge - hoben. Prior Collig allerdings blieb als Pfarrer dort. Eine neuerliche Übernahme des Klosters durch einen Glaubensorden vollzog sich im Jahre 1893. Jetzt zog der Orden der Franziskaner in dieses Kloster. Die Franziskaner blieben dann bis 1953 in diesem Kloster. Diese aber fanden dann leider keinen Nachwuchs mehr, der dieses Kloster hätte bewirtschaften können. Also kehrten die Kreuzherren in diesem Jahr aus den Niederlanden wieder, das Kloster wieder zu übernehmen. Proforma "gehörte" das Kloster auch wieder den Kreuzherren, doch der Zustand des Klosters erwies sich als derart desolat, das jene Kreuzherren sich 1969 endgültig von der Idee zurück zogen, dieses Kloster wieder zu bewohnen. 1972 aber kam der Orden mit dem Erzbischof von Köln wegen eines Wiederaufbaus des Klosters ins Gespräch. Aus diesen Gesprächen resultierte, daß im selben Jahr Pater Kettner zum Pfarrer von Ehrenstein ernannt wurde. Pater Werner Kettner ist im übrigen, das sei an dieser Stelle noch erwähnt, durchaus ein Begriff bei den meisten Menschen der Umgebung. Das mag wohl daran liegen, daß Pater Kettner maßgeblich an der Restauration des Klosters beteiligt war. Bereits 1974 wurde im Kloster Richtfest gefeiert, 1976 dann war der Klosterneubau beendet. Zur Restauration war es nämlich nötig geworden, abgesehen vom Erdgeschoss nach einem kompletten Abriss einen Neubau zu errichten. Damit war das Kloster aber 1976 wieder bewohnbar und wurde auch wieder bewohnt. 1977 wurde dann die Pfarr udn Klosterkirche Restauriert, im gleichen Jahr feierte die Pfarrei Ehrensdtein dann ihr 500 jähriges bestehen. Ein paar Jahre später, nämlich 1985/86 beging dann das Kloster sein Jubeljahr zum 500jährigen Bestehen. Zu dieser Zeit wurde das Kloster noch von den Kreuzherren betrieben, doch 1998 gaben diese das Kloster dann endgültig auf. Wieder stand das Kloster leer, doch dieses mal sollte dieser Zustand nur ein halbes Jahr anhalten. 1999 zog hier dann der Orden der Montfortana Patres ein, welcher es noch bis heute bewirtschaftet. Das direkt nebenan liegende Pfarrheim und die Stallungen gingen allerdings im Laufe der Zeit wieder in gräflichen Besitz über, in welchem diese sich auch heute noch befinden. Die alte Burgruine, die auch in der direkten Nachbarschaft steht, ist im Besitz der Gemeinde. Zu einer Restauration ist es bei dieser bis heute leider nicht gekommen. Ich hoffe, ich konnte mit dieser kleinen Einführung in die Geschichte des Klosters für dasselbige interessieren. Besucht dieses Kloster doch mal. Es lohnt sich vor allem in der Advents - und Weihnachtszeit, da in diesen Tagen eine Krippe ausgestellt wird. Solltet Ihr mal einen Besuch des Klosters in Erwägung ziehen, besichtigt doch auch die Kirche, die durchweg im Spätgothischen Stil erbaut wurde. Die Piäta mit der Marienfigur sowie die Chorfenster sind aus dem Jahr 1470 und noch im Orginalzustand. Im Altarbereich stehen Figuren von Jesus, Johannes dem Täufer und dem heiligen Sebastian, die von ca. 1500 sind.Der Padre Außerdem kann man die Barocke Kanzel bewundern, die um 1650 entstand. Die Kirche sowie der Stall und das Pfarrheim kann man frei besichtigen, bei Fragen kann man sich durchaus an die Montfortana Patres wenden, wobei man allerdings die Privatsphäre jener berücksichtigen sollte. Auf meine Frage hin deutete mir einer der drei Patres nämlich an, daß bis zum wieder auffinden des Tores an der Pforte teilweise Menschen, ohne zu fragen in die inneren Gemächer des Klosters eindrangen. Bei Anfragen jedoch erkannte ich die Patres aber als recht offen für alles. Also, solltet Ihr Interesse haben, das Kloster auch mal von innen zu besichtigen, fragt einfach. Denn immerhin wollt Ihr ja sicher auch gefragt werden, wenn jemand in Euer Wohnzimmer möchte. Weiteres Infomaterial über Ehrenstein ist übrigens in der Kirche erhältlich. Okay, soweit verabschiede ich mich mit der Empfehlung, Ehrenstein doch mal zu besuchen und freue mich schon auf meinen nächsten Bericht, der demnächst auf dieser Seite erscheinen wird. Euer Hoschi